Leitideen

NÖ wird im Rahmen von im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich angesiedelten Unterrichtsvorhaben 13-jähriger SchülerInnen als ein Land erfahren, das durch eigenes Forschen entdeckt, erlebt und mitgestaltet werden kann.Diese SchülerInnen gestalten eine virtuelle Schulforschungs-Landkarte des ganzen Landes in einem bunten Kaleidoskop eigener Forschungsdokumente.Mitverantwortlichkeit für die Entwicklung des Landes wird am konkreten eigenen forschenden Arbeiten erfahrbar, Identität mit dem Land wird gestiftetSchülerInnen erleben und erfahren, nicht nur für ihr späteres Leben zu lernen, sondern auch durch eigenes Schaffen lokalen Wissens beizutragen, gesellschaftliches Leben im Heimat-Bundesland mitzugestalten.Die Forschungsprojekte sind vorrangig im Bereich der Phänologie sowie der Technik angelegt, sie erfassen und dokumentieren ausgewählte im Jahresablauf periodisch wiederkehrende Entwicklungserscheinungen in der Natur. Ausgewählte Forschungseinrichtungen aus dem NÖ Forschungsatlas werden beigezogen oder entwickeln mit den Schulen zudem eigenständige Projekte.

Zielsetzungen

Schule ist nicht nur Observatorium des Lernens, sondern auch pädagogische Werkstatt, ihr Unterricht braucht konkrete Ziele, Inhalte und Techniken.

Forschendes Lernen befähigt zu systematischem, methodischem, begründetem und begründbarem Erkennen-Wollen im Kennenlernen der Schätze des Landes.

Mitverantwortlichkeit wird erhöht durch Neugierde auf das Schaffen von Wis­sen, Sich-selbst-angesprochen-Fühlen, durch kritisches Zu- und Einord­nen-Können von neu Gelerntem in be­stehende Wissensbereiche und Erkennen des Woher und Wofür und durch Ken­nenlernen der „guten Manieren“ des Forschens in altersgemäßer Form.

Neue Lernkultur erhält eine strukturierte Form und präzise ausgewählte Ziele, sie bleibt nicht an den pädagogischen Schreibtischen, sondern schafft sich Raum im gelebten Unterricht. 

Beteiligte Institutionen

Angeregt durch die NÖ Landesregierung, Abt. Kultur und Wissenschaft
Organisation, Koordination, pädagogische Begleitung, Evaluierung: Pädagogische Hochschule NÖ (Mag. Heidrun Gruber; Univ.-Prof. DDr. Erwin Rauscher)
Wissenschaftliche Begleitung und Projektpartner der PH NÖ: Universität Wien, Department für Evolutionsbiologie (Univ.-Prof. Mag. Dr. Walter Hödl)
Naturschutzbund NÖ (Univ.-Prof. Mag. Dr. Walter Hödl; Mag. Margit Gross)
Landwirtschaftskammer NÖ (NR Ing. Hermann Schultes)
Biologische Station Lunz in Verbindung mit Universität für Bodenkultur Wien (Univ.-Prof. Dr. Otto Moog)
Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (Rektor Ing. Mag. Thomas Haase)
NÖ Bildungsgesellschaft und mittelbar die im Forschungsatlas erfassten landesweiten Körperschaften (Dr. Christian Mann)
Geologische Bundesanstalt Wien (Mag. Thomas Hofmann)
Naturhistorisches Museum Wien (Univ.-Doz. Mag. Dr. Mathias Harzhauser)
Industriellenvereinigung NÖ (Mag. Stefan Tilsner)
‚Demeter‘ (Margot Schlegel)
NÖ Frauenreferat (angefragt)
Bayer Crop-Science (Dipl.-Ing. Purkhauser)

Welche Schulen können teilnehmen?

Personelle Zielgruppe sind 13-jährige SchülerInnen der Sek-I-Klassen aus NÖ (7. – 8. Schulstufe).
Institutionelle Zielgruppen sind: Schulen aus dem NÖ Schulmodell; Hauptschulen aus NÖ; AHS aus NÖ; Oberstufen von Sonderschulen.
Eine Schule nimmt teil, wenn mindestens eine Klasse (oder eine im Rahmen eines autonomen Schulfaches zusammen unterrichtete SchülerforscherInnengruppe) teilnimmt.
Jede Schule verpflichtet sich zur öffentlichen Darstellung ihrer Forschungsergebnisse und auf Einladung des Landes zu entsprechenden Veranstaltungen.

Praktischer Ablauf von forschendem Lernen

Zeitlicher Ablauf: Die Projektarbeiten beginnen mit September des Schuljahres 2009/10 und enden spätestens mit April des Schuljahres 2010/11.
Ein bis zwei Klassen führen im angegebenen Zeitrahmen ein Großprojekt und vier Kleinprojekte durch.
Projekte im Kontext mit Technik werden bevorzugt bezuschusst.
Es wird ein Forschungsfeld und die damit verbundene Aufgabenstellung definiert. Im Rahmen eines Unterrichtsprojekts betreibt die Klasse oder Gruppe methodische Datensammlung, Erhebung und vergleichende Dokumentation.
Die Ergebnisse werden kontinuierlich auf einer gemeinsamen Projekt-Website dokumentiert, die so zu einem NÖ Schulforschungskaleidoskop anwächst.
Der dafür verwendete Unterricht erhält schulintern ein definiertes Stundenkontingent, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
Der Unterricht zeigt Schule als Modell der Gesellschaft und Dialog-Ort zur Welt, nutzt externe ExpertInnen, findet teilweise an externen Lernorten für forschende Primärerfahrungen statt, wird themenzentriert geblockt, bzw. epochenartig sowie fächerverbindend und fakultativ in Kursform abgehalten.
Dokumentiert werden die Forschungsergebnisse in E-Portfolios, die sich auf einer eigens zu schaffenden Website mosaikartig zu einem Schulforschungskaleidoskop NÖ formen und unter Nutzung eines GIS strukturiert werden.
Beispiele für forschendes Lernen können sein:
– Alternative Energien (Wind -, Solarenergie,…)
– Niedrigenergiehäuser – ökologisches Bauen
– Bionik (die Natur als Vorlage für die Technik)
– Von der Sonne zur Glühbirne (Vergleich mit Energiesparlampen/LEDs)
– Nanotechnologie
– Funktion einer Rauchgasreinigungsanlage
   (Kontakt Gruber)
– Biomassekraftwerke (Kontakt Gruber)
– Von der PET-Flasche zum Pullover
– Hybridmotoren
– Nutzung alternativer Energien in Niederösterreich
   (z. B. Windkraftanlage Lichtenegg Pesendorf)
    – Warum fliegen Flugzeuge und schwimmen Schiffe?
    – Phänologische Beobachtungen (Phänologischer Kalender, Phänologische Zeigerpflanzen, 
         Rapsblüte, Kirschblüte, …)
– Pheromone – Düfte der Natur
– Spurensuche im Wald im Jahresverlauf
– Insektizide versus alternativer Insektenschutzmittel (z. B. Nützlinge)
– Sanfter Tourismus in Niederösterreich
– Auswirkungen von Lärm auf den Menschen und Lärmmessungen
– Populationsabschätzung (z. B. Schnepfenzählung)
– Methodisches Beobachten von Fledermäusen und Frequenzmessungen
– Wiedereinbürgerungsaktionen von Fischen
– Vergleichende Datensammlung von Wetterbeobachtungsstationen
– Weinbauforschung

Begleitmaßnahmen

Die PH NÖ bietet eine auf die teilnehmenden Schulen hin ausgerichtete Schulentwicklungs- und projektorientierte Betreuung durch
– Forschungstechniken implementierende und forschungsbegleitende LV   
  (Forschungsdepartment der PH NÖ in Zusammenarbeit mit Uni Wien)
– evaluierende Begleitung (Qualitätsdepartment der PH NÖ)
– Reflexionswerkstatt für mitarbeitende LehrerInnen
– Betreuung der Schulforschungskaleidoskop-Website (IT-Department der PH NÖ)
Es werden Veranstaltungen ausgerichtet, an denen die Schulforschungsprojekte der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Die Kommunen werden angeregt, in ihrem Verantwortungsbereich Forschungsaufgaben zu vergeben, die auch im Schulforschungskaleidoskop dokumentiert werden können.
Ein Schulforschungspreis soll ausgeschrieben und vom Land NÖ vergeben werden.
Einzelne SchülerInnen, die sich durch eigenständige Forschungsleistungen auszeichnen, erhalten das Zertifikat „Forschungstrainee“, verbunden mit einem Anerkennungspreis.

Was ist der Benefit des Landes?

Die Vielfalt der Landschaft und jene der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden im Rahmen der Möglichkeiten der Forschungseinrichtungen und im Rahmen konkreter und exemplarischer Unterrichtsvorhaben neuer Lernkultur bewusst gemacht, Schülerinnen und Schüler werden für das Berufsfeld der Technik und Naturwissenschaften sensibilisiert.
Mittelbar wird Verständnis entwickelt und Bewusstsein öffentlich gemacht, dass im schulischen Lernen vermittelt werden muss, dass und wie Europa im globalen Wettbewerb nur durch Intensivierung von Forschung und Entwicklung bestehen kann.
Dafür wird ein heimatbewusster, bürgerInnennaher und pädagogisch nachhaltiger Impuls gesetzt und dessen Unterstützung durch das Land NÖ öffentlich und öffentlichkeitswirksam kundgetan.

Was ist der Benefit der teilnehmenden Schule?

SchülerInnen erleben und erfahren, dass sie selbst bereits mit 13 Jahren als mitverantwortliche junge BürgerInnen durch Schaffen lokalen Wissens aktive Beiträge zur Gestaltung des Landes NÖ leisten können.
Schulen erfahren, dass sie durch die Projektteilnahme pädagogisches Corporate Citizenship leisten und sich durch (mit-)verantwortungsvolles Handeln aktiv für die lokale Zivilgesellschaft und für naturhafte Belange (Ökologie; Technik; Umwelt) engagieren können.
Schulen erhalten professionelle Inputs und Begleitung bzgl. neuer Lernkultur und Schulentwicklung.
Schulen erhalten die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Befindlichkeit als Partikel ihrer Kommune und als SchülerInnen-Universum ihre unterrichtliche Arbeit öffentlich zu machen.

Rahmenbedingungen für die Finanzierung

Das Land NÖ verpflichtet sich zur Übernahme der im Finanzierungsplan definierten Kosten sowie der Begleitkosten für Pädagogik und Website.
Jede teilnehmende Schule erhält als Anreiz ein Interactive Whiteboard/Smartboard zur Beförderung des forschenden Unterrichts).
Jede Schule erhält außerdem eine finanzielle Unterstützung von bis zu 1000 € pro Jahr gegen Rechnungslegung für Exkursionen, Materialien etc., die in unmittelbarem Zusammenhang mit den durchgeführten Projekten stehen.

Zeitlicher Ablauf

Jede Schulklasse nimmt minimal ein, maximal zwei Jahre am Projekt teil.
Jede Schule nimmt minimal mit einer, maximal mit zwei Klassen am Projekt teil.
Auftragsvergabe an die PH NÖ bis Sommer 2009.
Projektvorbereitungszeit bis Herbst 2009.
Projektstart mit Schuljahresbeginn 2009/10.
Dauer eines Großprojektes: ca. 40 Arbeitsstunden pro Person der Gruppe.
Dauer der Kleinprojekte: je 10 Arbeitsstunden pro Person der Gruppe.

Vom Projektbeginn zum Projektabschluss

Ausschreibung durch Folder und Website, gestaltet von der PH NÖ und vom Land NÖ, befürwortet und unterstützt durch LSRfNÖ
Bewerbung durch die Schulen in knapper schriftlicher Form (eigenes Formular) bei office(at)ph-noe.ac.at.
Auswahlvorschlag von 12 Schulen durch PH NÖ, Entscheidung durch Land NÖ
Projektstart mit eintägiger Lehrveranstaltung durch PH NÖ
Entwicklung des Projektdesigns jeder Schule
Erstellung eines Projektplans durch jede Schule
Koordinierung und Annahme der Projektpläne durch PH NÖ
Feld- und Forschungsarbeit der Schulen
Etwa im März 2010: Interim-Workshop der beteiligten Schulen
Schreibwerkstatt für die Schulen
Fortbildungsveranstaltungen für die LehrerInnen
Fortsetzung der Feld- und Forschungsarbeit der Schulen
Juni 2010: Erste Präsentationsphase inkl. Website-Befüllung & Öffentlichkeitsarbeit
Herbst 2010: eintägige Lehrveranstaltung durch PH NÖ
Fortsetzung der Feld- und Forschungsarbeit der Schulen
Große Projektpräsentation im April 2011
Rückmeldungen an office(at)ph-noe.ac.at